Donnerstag, 22. Februar 2018

Die Vielfalt des Archivwesens


Verlässlich, richtig, echt - Demokratie braucht Archive!


25. bis 28. September 2018 - 88. Deutscher Archivtag


Neben den großen Staatsarchiven, haben wir in Deutschland Kommunalarchive, Kirchenarchive, Universitäts-, Parlaments- und Wirtschaftsarchive. Aus dem Privat- und Wirtschaftssektor kommen Adels-, Medien- und Parteiarchive ebenso wie die Archive von Verbänden, Stiftungen und wissenschaftlichen Institutionen hinzu. Firmenarchive kämen noch hinzu - hier harren jedoch noch sehr viele der wissenschaftlichen Aufarbeitung.

München, Foto: Helga Waess (Archiv)

Der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.  (VdA) wurde im Jahr  1946 als Interessenvertretung für diesen Berufszweig gegründet. Derzeit werden rund 2.400 Mitglieder verzeichnet.


 Verlässlich, richtig, echt - Demokratie braucht Archive!


IM SEPTEMBER 2018 findet der 88. Deutsche Archivtag statt

Als nationaler Kongresses zum europäischen Archivwesen wird vom 25. bis 28. September 2018 in der Hansestadt Rostock der 88. Deutsche Archivtag veranstaltet. Das Motto des größten nationalen Kongresses im europäischen Archivwesen lautet in diesem Jahr:  Verlässlich, richtig, echt - Demokratie braucht Archive! 

Die komplette Kongress-Website wird ab circa Mitte Mai 2018 online aufrufbar sein. Bis dahin:

Homepage zur Veranstaltung des VdA : http://www.archivtag.de/


Tag-der-Archive-Haus-der-Kunst

Der 9. TAG DER ARCHIVE 2018 startet unter dem Moto „Demokratie und Bürgerrechte“


 Das Haus der Kunst wird zum Tag der Archive am 3. März einen Rundgang zur Ausstellung München, Sommer 1937 anbieten und „Show & Tell" starten


Am 3. und 4. März 2018 findet bundesweit der 9. TAG DER ARCHIVE statt



Samstag, 3. März 2018, um 11 Uhr und um 16 Uhr Rundgang zum Tag der Archive im Haus der Kunst in München. --- Es begann in den 1990er-Jahren, dass die Befragung des Ortes und seiner Geschichte vom Haus der Kunst kontinuierlich gepflegt wurde. Im Jahr 2004 wurde das Archiv des Hauses dann erschlossen und bis heute wird die Vergangenheit des Hauses an geeigneter Ausstellungsfläche dokumentiert.
Für den alle zwei Jahre von den Archiven in Deutschland durchgeführten Tag der Archive hat das Haus der Kunst an der Prinzregentenstrasse mit der Kuratorin Sabine Brantl eine archivarische Führung durch das Haus und die Ausstellung „München, Sommer 1937" geplant.

Stiftung Haus der Kunst, München, Foto: Helga Waess


Der Sommer 1937 lockte fast 700.000 Touristen nach München


Man schreibt das Jahr 1937: Amateurfilmaufnahmen und Schnappschüsse erzählen von der Propaganda rund um das Gebäude. Es war das Eröffnungsjahr des Vorzeigeobjektes ‚Haus der Deutschen Kunst‘. Der Rundgang mit der Kuratorin der Ausstellung  „München, Sommer 1937" wird neben der Archiv Galerie durch ansonsten für die Öffentlichkeit unzugängliche Räume - inklusive Heizungskeller und Historisches Archiv - führen.
  • Begrenzte Teilnehmerzahl: Anmeldung unter archiv[at] hausderkunst.de ! Der Eintritt ist frei!

Stiftung Haus der Kunst, München, Foto: Helga Waess



„Show & Tell" wird ein neues Veranstaltungsformat im Haus der Kunst 

Am Samstag, den 3. März 2018, von 13-15 Uhr wird mit der Veranstaltung Show & Tell eine neue Herangehensweise an die Geschichte des Hauses der Kunst und an die erlebte Geschichte überhaupt beginnen.
Es ist ein einfaches Foto, ein Foto, das in den 1950er-Jahren entstand und Peter A. Ade, den ersten Direktor des Hauses der Kunst nach dem Krieg zeigt. Er und seine Leute fühlen sich locker und posieren in Freizeitkleidung. Das Bild wurde im Archiv des Museums entdeckt. Dieses Zeitzeugnis erlaubt die Frage zum Umgang mit der Kunst und der Geschichte dieses Hauses in der Nachkriegszeit.

Aufgrund des Erhaltungszustandes des Gebäudes begann hier schnell die Ausstellungs-Präsentation für aktuelle Kunst und internationale Moderne. Die Münchner und die Touristen nahmen die Kunstausstellungen dankbar an.

Die IDEE von SHOW & TELL:
Die persönlichen Erinnerungsgeschichten der Mitarbeiter werden mit den Erinnerungen der  Teilnehmer gekoppelt, die gebeten werden ein persönliches Erinnerungsstück dabei zuhaben und dessen Geschichte zu erzählen. Eventuell werden so - anhand von privaten Archivalien - neue Querverbindungen und ergänzende Informationen zur gelebten und erlebten Geschichte sichtbar.
  • Begrenzte Teilnehmerzahl: Anmeldung unter archiv[at]hausderkunst.de; Der Eintritt ist frei!

Stiftung Haus der Kunst, München, Foto: Helga Waess

Stiftung Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München
Germany
www.hausderkunst.de


DerTAG DER ARCHIVE findet am 3./4. März 2018 statt 


Motto „Demokratie und Bürgerrechte“ - Der bundesweite TAG DER ARCHIVE soll die Aufmerksamkeit auf die Funktion und den Sinn der Archive lenken. An den Aktionstagen können Bürgerinnen und Bürger an den Programmen der Archive teilnehmen. Erstmals wurde dieser Aktions-Tag im Jahr 2001 veranstaltet.

In diesem Jahr ist es das erste März-Wochenende an dem die Teilnehmenden Archive ihre Räume  für die Öffentlichkeit zugänglich machen und sich mit einem eigenen Programm vorstellen.

„Demokratie und Bürgerrechte sind keine Selbstverständlichkeit. In unserer Gesellschaft müssen sie stets neu diskutiert, ausgehandelt und verteidigt werden. Die Archive sind dabei ein Fels in der Brandung. Sie bewahren das Geschehene für nachfolgende Generationen, sind eine verlässliche Informationsquelle und schützen somit aktiv unsere Demokratie“, so der VdA-Vorsitzende Ralf Jacob. „Am TAG DER ARCHIVE wollen wir das den Bürgerinnen und Bürgern in ganz Deutschland zeigen.“
VDA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V.




Mittwoch, 21. Februar 2018

art KARLSRUHE-Collection: Sonderausstellung

art KARLSRUHE-Collection 


Erste Ausstellung der art Karlsruhe Collection bevor sie in eine größere öffentliche Sammlung integriert wird


22. – 25. Februar 2018: art KARLSRUHE 2018. Internationale Messe für Klassische Moderne und Gegenwartskunst


In jedem Frühjahr wird ein Künstler auf der zeitgenössischen Kunstmesse in Karlsruhe von einer Fachjury ausgewählt und einige seiner Werke mit öffentlichen Mitteln angekauft. Die logische Konsequenz dieses Vorgehens sei die Aufnahme der Werke in eine öffentliche Sammlung für Zeitgenössische Kunst, was die Direktorin der Städtischen Galerie Karlsruhe, die die art Karlsruhe Collection betreut, gegenüber der Presse durchklingen lässt.
Die Kunstmesse art KARLSRUHE vergibt seit 10 Jahren den art Karlsruhe-Preis für die beste One-Artist-Show auf dieser internationalen Kunstmesse für zeitgenössische Kunst in Süddeutschland. Gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe wird dadurch ein Künstler mit seinem Galeristen geehrt, der laut Fachjury die beste One-Artist-Show der Messe präsentiert.

Karlsruhe ist über die Autobahn gut erreichbar -
hier Beflaggung an der Ausfahrt
Foto: Helga Waess (Archiv)

Das Preisgeld der art KARLSRUHE Collection dient dem Erwerb von Kunstwerken für die Stadt


Mit dem Preisgeld von 15. 000 Euro werden Werke des jeweils ausgelobten Künstlers, ausgezeichnet für seine One-Artist-Show, über seine ausstellende Galerie erworben. Diese Werke werden in die art KARLSRUHE-Collection integriert.

Besucher sollten die Schau der Preisträger der letzten 10 Jahre in der dm-arena/Halle 4 unbedingt sehen. Die Preisträger in Karlsruhe könnten ein Auswahl-Indikator für den Sammler sein - aber, das ist längst kein Geheimnis mehr. Und man bedenke: nach der Preisverleihung könnten die Preise steigen - da der Künstler-Index durch diese öffentliche Aufmerksamkeits-Bekundung neu berechnet wird!

Unter den Preisträgern für die beste One-Artist-Show der Messe finden wir bis heute Namen wie:


Reto Boller (2008) mit Objekten, Thomas Müller (2009) mit Zeichnungen, Ölgemälde von Julius Grünewald (2010) und Jens Hanke (2011),  Tatjana Doll (2012), Claude Wall (2013) , Jessica Buhlmann (2014), Alfonso Hüppi (2015), Werner Schmidt (2016) und im letzten Jahr Neringa Vasiliauskaite (2017).


Die Sammlung, welche inzwischen 50 Werke von 10 Künstlern umfasst, wird von Dr. Brigitte Baumstark, der Direktorin der Städtischen Galerie Karlsruhe betreut 


„Der art KARLSRUHE-Preis ist geprägt von Offenheit sowie der unmittelbaren Auseinandersetzung mit aktueller Kunst und ihrer Präsentation im weiteren Rahmen der One-Artist-Show. Naturgemäß ergibt sich daraus für die Auswahl der PreisträgerInnen eine Vielfalt an ausgezeichneten künstlerischen Positionen. Nimmt man die KünstlerInnen und ihre Werke in den Blick, ergeben sich künstlerische Qualität und Zeitgenossenschaft als innere Regel. Es ist eine logische Konsequenz, diese Arbeiten in eine größere Sammlung neuer Kunst einzugliedern. So wird Vorhandenes ausgebaut und ein erweiterter Dialog der Kunstwerke kann entstehen“,
kommentiert Dr. Baumstark. (Hervorhebung durch die Verfasserin)

Ankauf von Zeitgenössischen Künstlern durch öffentliche Institutionen


Zum Ankauf von Zeitgenossen ermutigte in München der Kunsthistoriker Dr. Helmut Friedel, der ehemalige Direktor (1990-2013 im Amt) der Städtischen Galerie im Lenbachhaus,  bereits in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, wodurch der Stadt eine schöne Sammlung an zeitgenössischer Kunst zu damals noch "günstigen" Preisen beschert wurde.

Montag, 19. Februar 2018

München: ECHY 2018 - Montagsvorträge

European Cultural Heritage Year - ECHY 2018 - Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege


Sechs Vorträge zur Bayerischen Kultur- und Denkmalpflege sind ein Beitrag des Freistaates zum Europäischen Kultuererbe-Jahr 2018


Kostenfreie Montagsvorträge in der Alten Münze



Die Initiative des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz hat 2018 als Europäisches Jahr des kulturellen Erbes (European Cultural Heritage Year - ECHY 2018) ausgerufen und Europaweit zu Projekten aufgerufen, die Impulse geben kulturelles Erbe zu erhalten und zu bewahren. Der Link führt zur Homepage des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz.
Zum Start in das Europäische Kulturerbe-Jahr 2018 haben auch in Deutschland viele Denkmalämter und Bundesländer interessante Projekte initiiert, die auf die Arbeit der Kultur- und Denkmalpfleger aufmerksam machen. Dieser Link führt zu den Europäischen Projekten auf der offiziellen Homepage des European Cultural Heritage Years - ECHY 2018 

Hofbräuhaus am Platzl
in der Münchner Altstadt, Foto: Helga Waess

Vortragsreihe zur Kultur- und Denkmalpflege 



In München startet das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) heute eine Vortragsreihe, die in der Zeit vom 19. Februar bis zum 26. März verschiedene Themen der Denkmalpflege vorstellt. Insgesamt werden sechs Themen die Besucher (nach Voranmeldung) über das kulturelle Erbe Bayerns informieren. Die gesamte Vortragsreihe wird vom Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege zusammen mit der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e.V. und den Lehrenden in der Erwachsenenbildung aus der Münchner Volkshochschule (MVHS) veranstaltet.


Die sechs Montagsvorträge zur Denkmalpflege in Bayern werden in der „Säulenhalle der Alten Münze“ im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege starten


Der Veranstaltungsort, die vor einigen Jahren vollständig restaurierte Alte Münze, Hofgraben 4, in der Münchner Altstadt ist der Hauptsitz des BLfD.  Alle Vorträge, die unten vorgestellt werden, beginnen jeweils um 19.00 Uhr - der Eintritt ist frei. Die Veranstalter setzten für die Teilnehmer jedoch eine Anmeldung über die Münchner Volkshochschule (MVHS) voraus.

Erding im 1. Jahrtausend“


Am heutigen Abend wird Prof. Dr. Bernd Päffgen von der Ludwig-Maximilians-Universität München über „Erding im 1. Jahrtausend“ informieren. Es wird ein archäologisches Forschungsprojekts vorgestellt, dass sich mit dem Reihengräberfeld von Altenerding-Klettham befasst. Hier befand sich im frühen Mittelalter eine Siedlung (in Aufhausen-Bergham) und ein Königshof aus der Zeit der Karolinger (in Altenerding). Kursnummer: F217330


Glasmalereien der Nachkriegszeit in Münchner Kirchen


Am Montag, den 26. Februar 2018 wird Dr. Susanne Fischer vom Landesamt für Denkmalpflege über die „Glasmalereien der Nachkriegszeit in Münchner Kirchen“ und ihre Rekonstruktion nach dem Zweiten Weltkrieg informieren. Dass München bereits im 19. Jahrhundert als Zentrum für Glasmalerei berühmt war und die ‚munich windows‘ ein begehrter Exportartikel und die Glaskunst-Werkstätten auch die Künstler des 20. Jahrhunderts anzogen, wird die Teilnehmer sicherlich interessieren. Kursnummer: F217340

Der Bayerische Löwe


Der 5. März 2018 wird dem Vortrag von Dr. Thomas Hermann, BlfD, zum Thema des bayerischen Löwen als Opfer und Auferstehung, in der Bildpropaganda des Ersten Weltkrieges und die Gestaltung von Kriegerdenkmalen gewidmet. Kursnummer: G217390

Wasserstadt Augsburg: Die drei Augsburger Prachtbrunnen


Prof. Dr. D. Diemer von der Universität Augsburg wird am 12. März 2018 über die Wasserstadt Augsburg und die drei Augsburger Prachtbrunnen referieren. Kursnummer: G217400

Die Erfindung der Gemütlichkeit


Was wäre die bayerische Kultur ohne die Erfindung der Gemütlichkeit? Fragt am 19. März 2018
Dr. Karl Gattinger, BlfD, in dem er den Architekten Gabriel von Seidl und die bayerische Gasthausarchitektur der Prinzregentenzeit betrachtet. Aus der Prinzregentenzeit finden wir in München noch die Architekturen des Bayerischen Nationalmuseums und zahlreiche Gasthaus-Interieurs von Von Seidl. Kursnummer: G217410

Der Marienhof in München – ein Platz gibt seine Geschichte preis


Am 26. März 2018 werden Dr. Christian Behrer, vom Büro für Denkmalpflege aus Regensburg, und Dr. Jochen Haberstroh, vom BlfD, über die archäologischen Untersuchungen am Marienhof in München informieren. Kursnummer: G217420

Montagsvorträge zur Denkmalpflege in Bayern

Veranstaltungsort 
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Säulenhalle der Alten Münze
Hofgraben 4
80539 München

Zu den oben genannten Terminen jeweils um 19.00 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Anmeldung MVHS unter 089/48006-6239 (montags, dienstags 9.00 bis 13.00 Uhr;

mittwochs, donnerstags 14.00 bis 19.00 Uhr) oder online www.mvhs.de

Sonntag, 18. Februar 2018

München: Freizeitmesse f.re.e und Münchner Autotage

11. Münchner Autotage und f.re.e, die Freizeitmesse


Am 21. Februar startet auf der Freizeitmesse f.re.e auf dem Münchner Messegelände auch Süddeutschlands größte Auto-Verkaufsmesse


Messegelände München: 21. bis 25. Februar 2018, von 10:00 bis 18:00 Uhr



München.  Fahrspaß und Alltagstauglichkeit sollten beim Autokauf eine Rolle spielen. Die Münchner Autotage sind die Gelegenheit die neuesten Modelle aller Hersteller in Augenschein zu nehmen, Probe zu fahren und eventuell für einen guten Preis einzukaufen. Vielleicht kann man dann auf der Freitzeitmesse auch gleich seinen neuen Urlaubsort kennen lernen, um den Wagen dann langsam einzufahren.
Die Veranstalter der Münchner Autotage sind der Münchner Merkur und die tz, welche seit Jahren erfolgreich neben der f.re.e ihren Platz behaupten. Sie konnten die große Automobil-Verkaufsmesse in der Landeshauptstadt etablieren.

Münchner Autotage 2017, Foto: Helga Waess


Auf der f.re.e findet jeder etwas für seine Freizeit


Die Angebote auf der Freizeitmesse sind sehr vielfältig vom Caravaning & Camping bis zu Kreuzfahrt & Schiffsreisen wird vieles vorgestellt. Sportler kommen mit Wassersport, Fahrradsport, Rad- und Radreisethemen, jeder Art von Outdoor-Sport oder mit Gesundheit & Wellness-Angeboten für Körper, Geist und Seele auf der f.re.e auf ihre Kosten.

Mustang testen - Münchner Autotage
Foto: A. Waess (Archiv)

Besucher der Münchner Autotage
Foto: Helga Waess (Archiv)

Autotest für die Kleinen,
Foto: Helga Waess

Bayerische Staatsbibliothek: Gefälschte Walderseemüller-Weltkarte

Bayerische Staatsbibliothek (BSB) in München



Die Bayerische Staatsbibliothek in München bestätigt, dass die im Haus verwahrte "Geburtsurkunde" Amerikas eine Fälschung ist!


Gefälschte Walderseemüller-Weltkarte: Münchner Schatz der Entdeckungsgeschichte ist leider nur eine Kopie des Originals und um das Jahr 1960 von einem Restaurator angefertigt


München. Wie die Bayerische Staatsbibliothek am Donnerstag bestätigte, ist die Weltkarte, in welcher vermutlich erstmals der Name "America" verwendet wurde, eine Fälschung. Die Staatsbibliothek hatte die so genannte "Waldseemüller"-Globus-Segmentkarte im Jahr 1990 für zwei Millionen Deutsche Mark angekauft. Es sollte sich um eines von sechs echten Weltkarten handeln. Die Echtheit der Karte des Kartografen Martin Waldseemüller, der von 1470 bis 1522 lebte, wurde auch nicht angezweifelt. Erst als das Auktionshaus Christie's sich Herbst letzten Jahres mit einem weiterem Exemplar zur Untersuchung im Haus anmeldete, kamen erste Zweifel auf. 

Ludwigstraße in München, rechts hinten die Universitätskirche,
davor die Bayerische Staatsbibliothek,
Foto: Helga Waess

Why Experts Don’t Believe This Is a Rare First Map of America


Bei einem Vergleich der beiden Exemplare stellten sie sich als Kopien heraus: die in das Jahr 1507 eingeordneten Drucke wurden erst um 1960 angefertigt. Bereits im Dezember führte  Michael Blanding in der New York Times in seinem Artikel aus "Why Experts Don’t Believe This Is a Rare First Map of America" und warum das Auktionshaus Christies' die Karte aus der Auktion nahm (dieser Link führt zum Blanding-Artikel in der NY-Times). 
Bei der Untersuchung der Druckfarben der gefälschten Karte stellte man zunächst fest, dass die Druckfarbe auf dem Kleber saß und die Kanten des Drucks zu glatt abschlossen - was mit den Holzdruck-Blöcken des 16. Jahrhunderts so noch nicht möglich war. 


Kein Original-Exemplar des "Waldseemüller"-Globussegments


Im Bayerischen Rundfunk "radioWelt" erzählte der Generaldirektor der Staatsbibliothek, Dr. Klaus Ceynowa, wie die Echtheitsprüfung der Münchner Globus-Segmentkarte ablief und warum es 1990 nicht möglich war, die Fälschung zu erkennen. Ceynowas Fazit:

"Es ist leider so, dass die Waldseemüllerkarte der Bayerischen Staatsbibliothek unzweifelhaft eine Fälschung ist. Das ist ein sehr trauriges Resultat für uns, aber es ist so."
(so: Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek im Gespräch mit radioWelt-Moderator Uwe Pagels)
Das ganze Interview mit Klaus Ceynowa kann auf der Homepage des BR unter diesem Link nachgelesen werden.


Stabi-Waldseemüller-Segmentkarte in München: "Unzweifelhaft eine Fälschung"


In der Staatsbibliothek in München wurden zu guter Letzt mittels Raman-Spektroskopie (Ermittlung der Streuung von Licht an Pigmenten und Mineralien), hochaufgelösten Digitalisaten und Röntgenfluoreszenzanalyse (physikalische Analyse zur Materialanalytik) unterschiedliche Fakten untersucht, die die Segmentkarte dort eindeutig als Fälschung entlarvten.

Die Originale des Kartographen Martin Waldseemüller


Insgesamt existieren lediglich eine originale, große Ausgabe der "Waldseemüller"-Weltkarte, die immerhin  drei Quadratmeter misst und sechs kleinere, originale Globen-Segmentkarten. Letzere wurden für den Auftrag auf eine Kugelform (mit elf Zentimetern Durchmesser) angefertigt, weshalb jeweils zwölf Streifen aneinandergereiht erscheinen. Selbige laufen oben und unten jeweils spitz zu. Sie konnten ausgeschnitten werden und um eine Kugel herum gefaltet. Eine Original-Segmentkarte aus der Hand des Kartographen Walderseemüller findet sich an der James Ford Bell Bibliothek - in der Universität von Minnesota. Diese könnte als Vorlage für die Kopien gedient haben.



Bayerische Staatsbibliothek 

(der Link führt zur Homepage der BSB in München)
Ludwigstr. 16
80539 München

Samstag, 17. Februar 2018

Kunst sammeln! Zeitgenössische Künstler - Anlage-Vermögen À-la-Art 


Wer alles hat, setzt auf Zeitgenössische Kunst im Millionensegment


Unglaubliche Preise werden in unserer Zeit im Kosmos des Anlage-Vermögens À-la-Art erzielt


Die Preisentwicklung für Zeitgenösische Kunst könnte ein Indikator sein, um zu erkennen, welche Kunstwerke bleibenden Wert haben werden. Auktions-Preis-Anstiege im Spitzen-Segment, zeigen die Künstler, welche sich bereits zu Lebzeiten einen Platz im Olymp des Kunsthandels erworben haben.

Pinakotheken im Kunstareal, München,
Fotos und Foto-Collage: Helga Waess


DAMIAN HIRST und JEFF KOONS und PETER DOIG


Damian Hirst (Jahrgang 1965) konnte als einer der Top-Künstler mit unglaublichen Werken, wie einem in Formaldehyd eingelegte Tigerhai oder mit "Lullaby Spring", einem Stahlregal mit farbigen Tabletten, punkten. Für letzeres wurden bereits vor 16 Jahren ganze 14 Millionen Euro hingelegt.

Jeff Koons (Jahrgang 1955) zeigt dem Betrachter Dinge des Alltags in oft knalligen Farben und manches Mal auch in überdimensionaler Größe. Das erregt Aufsehen! Der Kunstgenuss bei Koons schlägt sich hier und da auch im Materiellen Gegenwert nieder: ganze 46,6 Millionen Euro wurden vor fünf Jahren für die große Skulptur eines orangenen "Balloon Dog" hingelegt.

Wie still und leise erscheint uns dagegen die Kunst des Schotten Peter Doig (Jahrgang 1959), der noch mit malerischen Mitteln und Abstraktionen arbeitet. Seine Gemälde, wie "Coburg 3 + 1 More" wurden bereits vor über zehn Jahren um die 14 Millionen gehandelt.

Selfi-Generation und Fotokunst = Anlage-Vermögen À-la-Art


Wie der Kunstmarkt mit den Künstlern der Selfi-Generation umgeht, zeigen ihre Vorreiter, wir denken hier an die Werke der Selbstdarsteller Gilbert & George (Jahrgang 1943 und 1942), welche immerhin auch schon für bis zu zwei Millionen Euro gehandelt werden. Das Künstlerduo verblüffte immer wieder und beeinflusste die Young British Artists.

Fotokunst ist im Kunst- und Auktionshandel ein wichtiger Preisindikator geworden:

Sammler wussten das längst. Der Fotograf Wolfgang Tillmans (Jahrgang 1968) gehört hier zu den Lichtgestalten und seine Arbeiten sind mit um die 500.000 Euro und steigender Tendenz längst im Kosmos des "Anlage-Vermögen À-la-Art" angekommen.

Installationen und das Leben des Künstlers als Kunst


Ach ja: wer ein zerwühltes, versifftes Original-Bett als Installation mit dem Titel "My Bed" von Tracey Emin (Jahrgang 1963) für fast drei Millionen erwirbt, kann vermutlich mit dieser Anlage - die auch gelebten Unrat inklusive Teppich und so weiter beinhaltet - zukünftig ruhig schlafen, denn er hat immerhin gut drei Millionen Euro in sicheren Tüchern.